Praxis für Manuelle Medizin
und Osteopathie

Matthias Löcher – Berlin-Pankow

Hyaluronsäureinjektion zur Gelenkbehandlung

Allgemeines

Die Gelenke spielen bei allen Bewegungen unseres Körpers eine zentrale Rolle. Im Zusammenspiel mit der Muskulatur gewährleisten sie einen „reibungslosen“ Bewegungsablauf. Je nach Aufgabe und mechanischer Belastung sind sie in Form und Aufbau unterschiedlich, grundsätzlich umfasst ein Gelenk aber folgende Strukturen:

  1. den Gelenkkörper, d. h. die Knochenenden, die über das Gelenk beweglich miteinander verbunden sind
  2. den Gelenkknorpel, der die Knochenenden überzieht
  3. die Gelenkschmiere, die sich im Gelenkspalt befindet
  4. die Gelenkkapsel, die die genannten Strukturen umgibt

Die Gelenkschmiere (Synovia) ist eine gelartige, zäh-elastische Flüssigkeit, die im Gelenk verhindert, dass die Knorpelflächen bei Belastung zu stark aneinander reiben, außerdem sorgt sie für die Ernährung des Knorpels. Die körpereigene Substanz Hyaluronsäure wird als Hauptbestandteil der Gelenkschmiere von Zellen gebildet, die an der Innenseite der Gelenkkapsel liegen. Hyaluronsäure verleiht der Gelenkschmiere die zäh-elastische Konsistenz und ist damit für ihre stoßdämpfende und schmierende Funktion verantwortlich. Sie bildet im Knorpel mit anderen Substanzen große, wasserspeichernde Riesenmoleküle. Diese erhöhen die stoßdämpfende Qualität des Knorpels. Hyaluronsäure-Moleküle bedecken als oberste Schutzschicht die Knorpeloberfläche.

Mit zunehmendem Alter vermindert sich die Elastizität der Gelenkschmiere und des Knorpels, der Wassergehalt sinkt und die ehemals spiegelglatte Oberfläche des Knorpels wird rau. So kann es zu fortschreitendem Knorpelabbau kommen, es entsteht die Arthrose. Die abgeschilferten Knorpelteilchen können zu entzündlichen Reizzuständen im Gelenk führen, es schmerzt vermehrt, schwillt an und wird warm. Typisch für die beginnende Arthrose ist ein morgendliche Steifigkeit und Schmerzen bei Belastung, die zunächst bei Bewegung abklingen. Je weiter die Abnutzungserscheinungen fortschreiten, desto rascher folgt eine Schmerzphase auf die andere, bis der Schmerz schließlich andauernd besteht.

Arthrose-Behandlungsmöglichkeiten

  • Bewegung zur Nährstoffversorgung der Gelenke und zum Training der umliegenden Muskulatur
  • physikalische Therapie zur muskulären Stabilisierung, zur Verbesserung oder zum Erhalt der Beweglichkeit und zur Bekämpfung akuter Reizzustände
  • medikamentöse Behandlung der Symptome mit schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten (z. B. Ibuprofen, Diclofenac)

Injektionen in das erkrankte Gelenk

Die Wirksamkeit dieser Behandlungsmöglichkeit konnte besonders bei der Kniegelenkarthrose an vielen Patienten nachgewiesen werden: Es kam zu einer raschen Besserung der Schmerzen sowie der Beweglichkeit. Die stoßdämpfende und schmierende Qualität der Gelenkschmiere nimmt merklich zu. Die Hyaluronsäure-Moleküle bilden eine Schutzschicht auf angegriffenen Knorpeloberflächen. Durch die Einlagerung des injizierten Hyaluron in den Knorpel, kann dieser wieder mehr Wasser speichern und erhält seine Elastizität und damit seine stoßdämpfende Funktion zurück.

Wann wird die Therapie eingesetzt?

  • bei überlastungs- und altersbedingten Abnutzungserscheinungen
  • bei verletzungsbedingten Gelenkschäden

Hauptsächlich eingesetzt wird Hyaluronsäure bei Arthrosen des Kniegelenkes.

Wie wird Hyaluronsäure eingesetzt?

Den besten Behandlungserfolg erzielt man mit drei bis fünf Hyaluronsäure-Injektionen in das betroffene Gelenk im Abstand von je einer Woche. Da die injizierte Hyaluronsäure genauso wie die körpereigene Hyaluronsäure aufgebaut ist, werden die Spritzen sehr gut vertragen, allergische Reaktionen sind nahezu ausgeschlossen. Lässt die Wirkung einer Behandlungsserie nach einem halben bis einem Jahr nach, kann die Therapie wiederholt werden.

Diese Wirkung kann lange über die eigentliche Behandlungsdauer hinaus anhalten.

Die Kosten der Behandlung werden von den gesetzlichen Krankenkassen in der Regel nicht übernommen.

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